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Wie optimiere ich meine Dienstpläne?

Entwicklung und Einführung

Im Kapitel 3 des Praxishandbuches erfahren Sie etwas über "Dienstplanoptimierung". Hier sind einzelne Schritte beschrieben wie Sie als Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberin gemeinsam mit Ihren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen das Arbeitsaufkommen und den Personaleinsatz besser aufei-nander abstimmen bzw. planbarer machen können.
Um Ihnen einen Einblick in das Vorgehen zu verschaffen - ist hier im folgenden Textabschnitt der 1.Schritt einer Dienstplanoptimierung beschrieben.

Eine planvolle Entwicklung und Einführung neuer Dienstpläne bringt dem einzelnen Betrieb maßgeschneiderte und optimale Lösungen. Dies gelingt besonders gut, wenn auch die Mitarbeiter eingebunden werden.
Welche Schritte sind nun bei der Dienstplangestaltung zu beachten?
Im Folgenden wird dargestellt, wie Sie durch ein stufenweises Vorgehen die Dienstpläne für Ihren Betrieb optimieren können.

 

Abbildung 15

Prüfung der bestehenden Situation (Ist-Analyse)

In einem ersten Schritt ist es wichtig, herauszufinden, welche Dinge in Ihrem Betrieb geändert werden sollten. Dabei können Sie zunächst überlegen, was bei Ihnen eigentlich alles gut läuft. Vielleicht zeichnet sich Ihr Betrieb gerade dadurch aus, dass sich Ihre Mitarbeiter be-sonders kollegial untereinander verhalten oder aber die Urlaubsvertretung völlig problemlos abläuft. Es ist wichtig, nicht nur die Schwachstellen Ihres Unternehmens herauszusuchen, sondern auch die positiven Aspekte herauszustellen. Anderenfalls kann es passieren, dass bei vorschnellen Änderungen gerade diese besonderen Stärken Ihres Betriebs verloren gehen! Außerdem ist es sehr demotivierend für Ihre Beschäftigten, wenn einzig und allein die Schwächen des betrieblichen Ablaufs im Vordergrund stehen.

Bei der Überlegung, was in Ihrem Betrieb besonders im Hinblick auf die Arbeitszeiten verändert werden kann, ist es sinnvoll, Ihre Mitarbeiter aus den verschiedenen Bereichen so viel wie möglich einzubinden. Ihre Mitarbeiter verfügen über ein großes Know-how, gerade wenn es darum geht, Schwachstellen zu erkennen und zu beseitigen. Denn sie sind es, die mit den täglichen Schwierigkeiten im organisatorischen Ablauf zu tun haben. Vor allem dadurch, dass die Beschäftigten aus unterschiedlichen Bereichen wie z.B. der Küche, dem Servicebereich usw. befragt werden, können organisatorische Schwachstellen viel schneller erkannt und beseitigt werden. Prüfen Sie die derzeitige Situation hinsichtlich der positiven und negativen Aspekte, so führen Sie eine "Ist-Analyse" durch. Im Folgenden finden Sie einige Hinweise, wie bei Ihnen eine Ist-Analyse aussehen kann:

a) Überprüfung von Arbeitsanfall und Personaleinsatz
Zunächst werden solche Daten gesammelt, die einen Überblick über den Arbeitsanfall ermöglichen. Hilfreiche Informationen bieten beispielsweise:

  • Umsatzzahlen
  • Anzahl der Gäste

Eine Graphik aus der Beratungspraxis veranschaulicht dies (Abb. 16):

Abbildung 16


Über einen Tagesverlauf wurde in einem Gastronomiebetrieb das Gästeaufkommen (blaue Linie) mit der Personalbesetzung verglichen. So wurden Probleme bei der derzeitigen Personalbesetzung deutlich. Man kann feststellen, dass am Vormittag ein Überhang an Personal vorhanden war, während die Personalbesetzung in den Abendstunden eher zu knapp bemessen war. In diesem Fall kam es also besonders zwischen 21:00 und 23:00 Uhr zu Engpässen und regelmäßigen Überstunden. Deshalb wurden in diesem Betrieb die Arbeitszeiten der Mitarbeiter neu überdacht. Zukünftig soll auf Teildienste teilweise verzichtet und stattdessen mehr versetzte Dienste eingeplant werden. Die Mitarbeiter nehmen somit ihre Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt auf und bleiben dafür abends etwas länger. Durch diese Einsatzweise kann die Unterbesetzung in den Abendstunden vermieden werden.
Allerdings handelt es sich hier um ein ausgewähltes Beispiel, jeder Betrieb hat seine eigenen Besonderheiten: Die Arbeitszeiten sind deshalb spezifisch auf den jeweiligen Betrieb zuzuschneiden. So müssen nicht nur das Gästeaufkommen und der erzielte Umsatz zu bestimmten Uhrzeiten berücksichtigt werden, sondern auch die Zeiten für die Vorbereitung (Eindecken, Gemüse schneiden etc.) und die Nachbereitung (Spülen, Aufräumen, Reinigen) müssen eingeplant werden.

b) Ablauforganisation
Ihre Mitarbeiter sind Ihre beste Informationsquelle. Von ihnen können Sie erfahren, ob die Reihenfolge von Tätigkeiten bei der täglichen Arbeit sinnvoll ist oder zu Problemen wie etwa Wartezeiten führt. Notieren Sie alle Anmerkungen schriftlich, die Ihren Mitarbeitern zu diesem Thema einfallen. Auch auf den ersten Blick unbedeutend erscheinende Hindernisse können langfristig den betroffenen Beschäftigten in seiner täglichen Arbeit stark beeinträchtigen. Eventuell kann es bei der Überprüfung der Ablauforganisation hilfreich sein, einen von außen kommenden Berater hinzu zu ziehen, der zu diesem Thema Workshops, Befragungen oder Interviews durchführt.
Eine regelmäßige Überprüfung der Ablauforganisation sichert nicht nur die Qualität, sondern verbessert auch die Gegebenheiten des betrieblichen Arbeitsalltags.

c) Schnittstellen
In einem Betrieb müssen sich unterschiedliche Bereiche (wie z.B. Küche und Service) und Personengruppen untereinander abstimmen. Dabei kommt es leicht zu Missverständnissen und Abspracheproblemen. Diese Probleme sind in der Ablaufanalyse herauszufinden und sollten besonders beachtet werden, weil sich unterschiedliche Betriebsteile zuarbeiten, ohne dass die eine Gruppe genau darüber Bescheid weiß, was die
andere Gruppe für Tätigkeiten zu erledigen hat. Auch in diesem Fall ist es sinnvoll, die genannten Schwierigkeiten schriftlich zu sammeln.


 

   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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